Die Steueridentifikations­nummer: Was ist das, wieso gibt es sie und wo ist sie zu finden?

Deutschland modernisiert, so wie viele anderen Staaten der Europäischen Union, sein Steuersystem. Im Rahmen dieser Modernisierung vergibt das Bundesministerium der Finanzen in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung an jeden Bürger und jede Bürgerin eine sogenannte Steueridentifikationsnummer. Diese wird auch als Steuer ID Nummer bezeichnet und erfüllt mehrere Zwecke.

Welche das sind, wofür Sie die spezielle Nummer brauchen und was Sie sonst noch zu dem Thema wissen müssen, lesen Sie in den folgenden Abschnitten und auch bei weiteren Fragen steht Ihnen lohnhelden.net zuverlässig zur Seite.

Inhaltsverzeichnis

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1. Warum gibt es die Steuer ID?

Die Gesetzesbegründung für die Identifikationsnummer besteht darin, dass die Finanzbehörden Deutschlands organisatorisch und technisch dazu in der Lage sein müssen, steuerbezogene Überprüfungen effizient und zuverlässig vorzunehmen. Solche Auswertungen seien in der Vergangenheit nicht oder nur sehr umständlich möglich gewesen, da die entsprechenden Informationen nicht zugeordnet werden konnten. Und auch sonst, sprich: im Allgemeinen trägt die Steuer ID einen wesentlichen Beitrag zum modernen Besteuerungsverfahren bei, indem dieses transparent gemacht und Bürokratie abgebaut werden. Das übergeordnete Ziel der Einführung bestünde, so der Gesetzgeber, in der gleichmäßigen, d.h. fairen Steuerbelastung aller steuerpflichtigen Bundesbürger.

Merke: Die Steueridentifikationsnummer ermöglicht den Finanzbehörden neue Kontrollmöglichkeiten und bringt Erleichterungen für den Bürger mit sich (s.u.).

2. Wann wurde die Steuer ID eingeführt?

Die neue Nummer zur steuerlichen Erfassung wurde zum 1. Juli des Jahres 2007 eingeführt. Und zwar durch das Bundeszentralamt für Steuern (kurz: BZSt). Dieses sammelte bis zum 30. Juni 2007 die Daten über sämtliche im Melderegister geführten Bundesbürger, um einem jeden ein vorläufiges Bearbeitungsmerkmal zusenden zu können. Die Vergabe der eigentlichen Steuer ID Nummer dauerte hingegen länger als geplant, sodass die Steuerpflichtigen bis Ende 2008 vom BZSt über ihre Nummer informiert wurden.

3. Welche Informationen stehen mit der Steuer ID Nummer im Zusammenhang?

Bei der Steuer ID handelt es sich um eine 11-stellige Nummer, die einmalig, dauerhaft und unveränderbar ist; jede in Deutschland gemeldete Person besitzt eine solche Nummer. Im Zusammenhang mit dieser verwaltet das BZSt die folgenden Daten.

  • Vor- und Nachname inklusive ehemaliger Namen
  • Ggf. Titel
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort
  • Geschlecht
  • Meldeadresse samt Einzug bzw. Auszug
  • Zuständige Finanzbehörden
  • Auskunftssperren, die im Bundemeldegesetz geregelt sind

Darüber hinaus enthält die Steueridentifikationsnummer von verstorbenen Personen deren Todestag. Die Daten werden bis 20 Jahre nach dem Ableben einer Person aufbewahrt.

4. Wozu dient die 11-stellige Kennzahl?

Die Steuer ID Nummer baut Bürokratie ab und vereinfacht die Kommunikation zwischen zentralen Stellen, wie den Finanzbehörden, Banken und Krankenkassen. Diese Institutionen sind aber auch die Einzigen, die mit dieser Nummer arbeiten dürfen; auf die mit ihr verbundenen Daten können wiederum nur die Finanzbehörden zugreifen. Das heißt, Banken und andere Sozialversicherungsträger erhalten zwar die Nummer, können die verknüpften Informationen aber nicht einsehen. Dieses Recht ist in der Abgabenordnung, § 139b geregelt.

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4.1 Hier kommt die Steueridentifikations­nummer zum Einsatz

  • Kindergeld. Bezieher von Kindergeld müssen ihre als auch die Steuer ID ihrer Kinder seit Anfang 2016 bei den Familienkassen angeben.
  • Unterhalt. Wer Unterhalt zahlt (z.B. an einen geschiedenen Ehepartner) und diesen Betrag steuerlich absetzen möchte, benötigt die Steuer ID Nummer des Leistungsempfängers.
  • Schneller Datenabgleich. Die Finanzbehörden nutzen die Nummer, um möglichst unkompliziert an wichtige Personendaten zu gelangen. Wechseln Sie beispielsweise Ihren Wohnsitz, teilt das Meldeamt dies dem Finanzamt über die Steueridentifikationsnummer mit.
  • Elektronische Lohnsteuerkarte. Ohne die spezielle Nummer hätte die neue Form der Lohnsteuerkarte niemals eingeführt werden können. Mit Hilfe dieser Karte können Arbeitgeber sämtliche relevanten steuerlichen Informationen beim BZSt abrufen. Der Vorteil für den Arbeitnehmer: Dieser ist nicht mehr dafür verantwortlich, dass die Lohnsteuerbescheinigung u.Ä. beim Arbeitgeber ankommt.
  • Elektronische Steuererklärung. Auch die Steuererklärung auf digitalem Wege wäre ohne Steuer ID nicht möglich bzw. wäre sie sehr umständlich. Die Nummer ermöglicht die Kontrolle der angegebenen Daten schon bei der Eingabe und die Finanzämter können die Steuererklärung deutlich schneller bearbeiten, da sie weniger Informationen nachfragen müssen.
  • Vorausgefüllte Steuererklärung. Dieser Service der Finanzämter wird auch als Belegabruf bezeichnet; er vereinfacht dem Steuerpflichtigen das Ausfüllen der Einkommensteuer an einem PC. Und zwar, indem „Stammdaten“ (Name, Adresse, Bankverbindung, Krankenkassenbeiträge, …) digital übermittelt und automatisch in die Steuererklärung übernommen werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der/die Steuerpflichtige über einen Elster-Account verfügt.

Einige weitere Szenarien, in denen Sie Ihre Steueridentifikationsnummer benötigen: Beginn eines Arbeitsverhältnisses, Mitteilungen an die Finanzbehörden, Beantragung von Freistellungsaufträgen, diverse Anträge.

Beachten Sie, dass die Steuer ID lediglich für die Einkommensteuer gilt. Anders ausgedrückt: Für die Umsatzsteuer, die Schenkungssteuer, die Grunderwerbssteuer und weitere Steuerarten gelten andere Nummern.

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5. Wo ist die Steuer ID Nummer zu finden?

Die Steuer ID wird jedem Bundesbürger automatisch zugesendet. Und zwar unmittelbar nach der Geburt, d.h. das entsprechende Schreiben ist der erste „offizielle Brief“ an jedes Neugeborene.

Sollte man die eigene ID nicht kennen bzw. vergessen haben, findet man sie beispielsweise auf dem letzten Steuerbescheid sowie auf der jährlichen Lohnsteuerbescheinigung. Oder aber man erfragt sie beim Bundezentralamt für Steuern bzw. bei der Meldebehörde. Aufgrund von Datenschutzrichtlinien erhält man die Nummer ausschließlich per Antragsformular und auf postalischem Weg.

Hinweis: Man sollte seine Steueridentifikationsnummer gut aufbewahren und vor der Einsicht durch andere Personen schützen. Das gilt auch für Eltern und die Nummer des Nachwuchses.

6. Wie erhalten Ausländer die Steueridentifikations­nummer?

Ausländische Mitbürger, die nicht in Deutschland geboren wurden, erhalten ihre Steuer ID ebenfalls vom BZSt. Und zwar nach der Meldung beim Einwohnermeldeamt. Sofern Sie als Ausländer nicht in Deutschland wohnen, hier aber Einkünfte beziehen, müssen Sie sich an das für Sie zuständige Finanzamt wenden. Dieses beantragt Ihre Nummer dann beim BZSt.

Tipp: Für eine Person ist das Finanzamt zuständig, das in dem Wohnort bzw. –bezirk der Person angesiedelt ist. Aus diesem Grund spricht man auch vom Wohnsitzfinanzamt.

7. Kritik an der Steuer ID – Datenschützer sind alarmiert

Bedenkt man die Daten, die in Zusammenhang mit der Steueridentifikationsnummer gespeichert werden, ist es kaum verwunderlich, dass es zum Teil heftige Kritik an der ID gibt:

  • Bürgerrechtler befürchten, dass die BZSt-Datenbank auch für andere Zwecke als steuerliche Angelegenheiten genutzt werden könnte. Laut Gesetzeslage hat aber ausschließlich das Finanzamt Zugriff auf die Informationen.
  • Jede Steuer ID Nummer ist eindeutig einem Menschen in Deutschland zugeordnet. Somit wäre es theoretisch möglich, sämtliche mit der Nummer verknüpfte Datenbanken miteinander abzugleichen. Auf diese Weise könnte man sich einen umfassenden Einblick in das Leben einer Person verschaffen. Trotz dieser nicht unbeträchtlichen Gefahr in Zeiten, in denen Hacker immer größere „Coups landen“, ist das personenbezogene Datenspeichern laut einem Urteil des Bundesfinanzhofes zulässig.

Katrin Pampel

Head of HR

katrin.pampel@lohnhelden.net

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8. Zusammenfassung

  • Seit dem Jahr 2008 hat jeder deutsche Bürger und jede deutsche Bürgerin eine einzigartige Steueridentifikationsnummer.
  • Diese wird Kindern bereits nach der Geburt zugeteilt; die ID ist ein Leben lang (und darüber hinaus) gültig.
  • Die Nummer dient insbesondere der Kommunikation mit und unter den Finanzbehörden. Sie kommt aber auch in anderen Kontexten zum Einsatz (Kindergeld, Unterhaltsleistungen, Anträge, …).
  • Verantwortlich für die Speicherung der Daten ist das Bundeszentralamt für Steuern; die Informationen dürfen ausschließlich vom Fiskus abgerufen werden.

9. FAQ – Frequently Asked Questions

Im Folgenden finden Sie die Antworten auf einige häufig gestellte Fragen zum Thema: Was ist die Steuer ID Nummer eigentlich? Seit wann gibt es sie? Und wofür brauchen Sie die einzigartige Nummer? Bei weiteren Fragen können Sie uns gerne kontaktieren. Wir beraten Sie auch gerne zu Themen wie Entgeltabrechnungen im öffentlichen Dienst und vielen mehr.

  • Was ist die Steueridentifikationsnummer?
    Die ID setzt sich aus elf Ziffern zusammen; sie ist einzigartig und gilt ein Leben lang bzw. bis 20 Jahre nach dem Tod. Personen, die in Deutschland gemeldet sind, bekommen mit ihrer Geburt automatisch eine Steuer ID zugewiesen. Unter ihr sind wichtige Daten, wie das Geburtsdatum und der Geburtsort, der Name, das Geschlecht sowie die Anschrift einer Person gespeichert. Ebenso gibt die Steueridentifikationsnummer Auskunft über frühere Namen, Titel (z.B. Doktorgrad), das zuständige Finanzamt und sogar den Sterbetag einer Person. Die Identifikationsnummer gilt für die Einkommensteuer und hat somit die Steuernummer abgelöst.

  • Seit wann gibt es die Steuer ID?
    Die Identifikationsnummer wurde 2007 nach und nach eingeführt; Ende 2008 hatte jeder Bundesbürger und jede Bundesbürgerin eine einzigartige Steuer ID Nummer. Seitdem hat sie den Finanzbehörden viel Aufwand und Bürokratie erspart.

  • Warum gibt es die Steueridentifikationsnummer?
    Mit der Identifikationsnummer wollte man die deutschen Finanzbehörden entlasten und auf den neusten technischen sowie organisatorischen Stand bringen. Das übergeordnete Ziel bestand im Abbau von Bürokratie sowie in der fairen Steuerbelastung eines jeden Bundesbürgers (durch bessere Kontrollmöglichkeiten).

  • Wo finde ich meine Steueridentifikationsnummer?
    Wenn Sie einen Wohnsitz in Deutschland haben, erhalten Sie Ihre ID automatisch per Post. Das gilt auch für Neugeborene. Deren Nummer sollten Eltern gut aufbewahren.

    Sollten Sie Ihre Identifikationsnummer einmal vergessen haben o.Ä., finden Sie sie beispielsweise auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung oder auf Ihrem Einkommensteuerbescheid.

  • Welche Daten werden im Zusammenhang mit der Steuer ID Nummer gespeichert?
    Zuständig für die Datenspeicherung und für die Verwaltung der IDs ist das Bundeszentralamt für Steuern (kurz: BZSt). Dieses sammelt die folgenden Informationen über jeden Bundesbürger und jede Bundesbürgerin. Die Daten einer steuerpflichtigen Person werden bis 20 Jahre nach deren Ableben aufbewahrt.

    • Vollständiger Name inkl. früherer Namen
    • Geschlecht
    • Geburtsdatum und –ort
    • Titel
    • Meldeadresse
    • Tag des Ein- bzw. des Auszugs
    • Zuständige Finanzbehörde
    • Auskunftssperren, die im Bundemeldegesetz geregelt sind
    • Ggf. Todestag
  • Wofür brauche ich meine Steueridentifikationsnummer?
    Die Nummer erleichtert nicht nur den Finanzbehörden u.Ä. die Kommunikation untereinander, sondern sie kommt auch in diesen und weiteren Kontexten zum Einsatz:

    • Beginn eines Arbeitsverhältnisses
    • diverse Anträge (Rente, Kindergeld etc.)
    • steuerliche Geltendmachung von Unterhaltszahlungen
    • Schriftverkehr mit den Finanzbehörden
    • elektronische Steuererklärung
    • Beantragung von sog. Freistellungsaufträgen.
  • Wie erhalte ich als Ausländer eine Steuer ID Nummer?
    Sie erhalten Ihre Nummer vom BZSt nach der Meldung beim Einwohnermeldeamt. Sind Sie nicht in Deutschland gemeldet, beziehen aber hierzulande Einkünfte, müssen Sie sich mit dem für Sie zuständigen Finanzamt in Verbindung setzen. Dieses beantragt die Steueridentifikationsnummer dann beim Bundeszentralamt für Steuern.

Fazit: Lohnbüro lohnt sich

Wir verstehen uns bei Lohnhelden als Spezialdienstleister, der seine Mandanten mit der Lohn- und Gehaltsabrechnung entlastet. Unser Augenmerk liegt auf dem persönlichen Service, auf Zuverlässigkeit, Kompetenz und Verlässlichkeit.

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