Urlaubsgeld – Das müssen Sie über die Sonderzahlung wissen!

Das Urlaubsgeld ist ein willkommenes Extra für die Reisekasse des Arbeitnehmers. Laut Umfragen erhalten knapp 70 Prozent der Tarifbeschäftigten in Deutschland dieses Geld. Aber sind (nur) tarifgebundene Arbeitgeber dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitern den Zuschuss zu gewähren? Und wieviel Urlaubsgeld bekommt man eigentlich? Diese und weitere Fragen werden in den folgenden Abschnitten beantwortet.

Inhaltsverzeichnis

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1. Was genau versteht man unter Urlaubsgeld?

Das Urlaubsgeld ist eine Sonderzahlung, die ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber erhält. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung, d.h. der Dienstherr ist nicht gesetzlich zur Auszahlung verpflichtet. Hier werden Parallelen zum Weihnachtsgeld ersichtlich. Nicht zu verwechseln ist das Urlaubsgeld hingegen mit dem sogenannten Urlaubsentgelt (s.u.).

Merke: Es besteht kein gesetzlicher Anspruch auf die Sonderzulage. Nichtsdestotrotz kann ein Arbeitnehmer dazu verpflichtet sein, seinem Personal Urlaubsgeld zu zahlen. Wann das der Fall ist, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

Exkurs: Urlaubsentgelt

Beim Urlaubsentgelt handelt es sich nicht um eine freiwillige Sonderzahlung, sondern um eine verpflichtende Gehalts-Fortzahlung während des Urlaubs. Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf diese Fortzahlung, obwohl er keine Arbeitsleistung erbringt. Das ist im Bundesurlaubsgesetz geregelt. Bei Fragen zur Gehalts-Fortzahlung ist lohnhelden.net ihr zuverlässiger Ansprechpartner.

2. Wann kann man mit Zuschüssen für die Reisekasse rechnen?

Ob Sie Urlaubsgeld erhalten oder nicht, liegt also in erster Linie im Ermessen Ihres Dienstherrn. Dieser Sachverhalt ändert sich allerdings, wenn die Sonderzahlung im Tarifvertrag, im Arbeitsvertrag oder in der Betriebsvereinbarung geregelt ist; wer einen neuen Job beginnt und über ein wenig Verhandlungsgeschick verfügt, kann eine entsprechende Klausel in den Vertrag einbauen lassen.

Darüber hinaus gibt es zwei weitere Möglichkeiten, die in einen Anspruch auf Urlaubsgeld münden können:

  1. Zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber die Sonderzahlung regelmäßig und über einen längeren Zeitraum freiwillig aus, ergibt sich eine sogenannte betriebliche Übung. Hierbei handelt es sich um eine Art Gewohnheitsrecht. Arbeitnehmer können von diesem Gebrauch machen, indem Sie auf die zukünftige Auszahlung bestehen; getreu dem Motto „Mein Chef hat mir schon immer Urlaubsgeld bezahlt, also soll er das auch weiterhin tun“.

  2. Erhalten Ihre Kollegen eine Zulage, steht Ihnen ebenfalls ein Urlaubszuschuss zu. Anders ausgedrückt: Zahlt der Arbeitgeber einem Angestellten die Sonderzahlung, muss er sie auch dem übrigen Personal gewähren. Das besagt der Gleichbehandlungsgrundsatz.

2.1 So schützt man sich als Arbeitgeber vor einer Verpflichtung

  1. Als Arbeitgeber kann man eine betriebliche Übung umgehen, indem man explizit und schriftlich auf die Freiwilligkeit einer Sonderleistung hinweist und zudem erklärt, dass sich aus der einmaligen Auszahlung kein Anspruch für die Zukunft ergibt. Ebenso hat man als Vorgesetzter die Möglichkeit, eine Klausel in den Arbeitsvertrag einzubauen, durch die das spezielle Geld unter bestimmten Umständen gestrichen wird.

    Ein Beispiel für die Formulierung:

    „Das Urlaubsgeld ist eine freiwillige Sonderzahlung, die die Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters honoriert. Für die Zukunft ergibt sich kein Anspruch auf eine solche oder eine ähnliche Zahlung. Vielmehr wird jährlich entschieden, ob Urlaubsgeld ausgezahlt wird und wie hoch dieses ausfällt. Auch, wenn die Zulage in der Vergangenheit mehrfach gewährt wurde, besteht kein zukünftiger Anspruch“.

  2. Als Arbeitgeber kann man sachliche Gründe anführen, um eine ungleiche Verteilung des Urlaubsgeldes unter der Belegschaft zu rechtfertigen. Zulässige Gründe sind beispielsweise unterschiedliche Qualifikationen und/oder Leistungen. Zudem kann ein Mitarbeiter mehr Geld als seine Kollegen erhalten, wenn er besonders lange für den Betrieb tätig ist.

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3. Wer hat gute Chancen auf einen Urlaubszuschuss?

Keine Frage, jeder Arbeitnehmer würde gerne eine Sonderzulage für den Urlaub erhalten. Dass das unter Tarifbeschäftigten nicht der Fall ist, wurde eingangs erwähnt. Und auch unter den anderen in Deutschland Beschäftigten sieht die Realität anders aus: Laut einer Umfrage erhalten nur knapp 48 Prozent der Arbeitnehmer Urlaubsgeld. Die Chance auf eine Sonderzahlung für den Urlaub hängt dabei von mehreren Faktoren ab:

  • Die beste Voraussetzung, um die Urlaubszulage zu erhalten ist ein gültiger Tarifvertrag; in knapp 70 Prozent der tarifgebundenen Unternehmen erhalten die Beschäftigten ein Urlaubsgeld. Dieser Wert sinkt auf knapp 35 Prozent, wenn es keinen gültigen Tarifvertrag gibt.
  • Mitarbeiter in großen Unternehmen erhalten häufiger Urlaubszuschüsse als Angestellte in mittelständischen und kleinen Unternehmen. Dabei gilt: Je mehr Beschäftigte in einem Betrieb arbeiten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Sonderzahlungen. So konnten Studien zeigen, dass Konzerne mit mehr als 500 Mitarbeitern überdurchschnittlich oft Urlaubsgeld auszahlen.
  • Geht es um Extrageld für die Reisekasse, spielt auch der Standort eines Unternehmens eine Rolle; es bestehen nicht nur Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern, sondern auch innerhalb Deutschlands. So erhält in Westdeutschland fast jeder Zweite Urlaubsgeld; in Ostdeutschland freut sich nur knapp jeder Dritte über die Finanzspritze. Experten sehen den Grund für diese Tatsache in einer höheren Betriebsdichte im Westen als auch in der geringeren Tarifbindung in ostdeutschen Bundesländern.
  • Auch am Urlaubsgeld zeigt sich, dass Männer und Frauen in Deutschland nach wie vor nicht gleichberechtigt sind: Während sich rund 50 Prozent der Männer über Zuschläge freuen, erhalten nur etwa 41 Prozent der Kolleginnen einen Urlaubszuschuss. Hier sehen Experten den Grund wiederum darin, dass der Männeranteil in Berufen mit Sonderzahlungen höher ist als der Frauenanteil.

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4. Der nächste Urlaub kann kommen! Oder?

Es gibt keine gesetzliche Regelung zum Urlaubsgeld und somit auch keine Vorgaben bezüglich der Höhe des Zuschlags. Folglich hängt die Höhe Ihrer Sonderzahlung - neben den obigen Aspekten – in erster Linie auch von der Branche ab, in der Sie tätig sind. Untersuchungen haben ergeben, dass das Urlaubsgeld je nach Branche zwischen 155 und 2.450 Euro schwankt – eine schier unfassbare Spannbreite.

Durchschnittlicher Urlaubszuschuss nach Branche – einige Beispiele

Sektor

Westdeutschland

Ostdeutschland

Landwirtschaft

225 €

155 €

Großhandel

644 €

409 €

Chemische Industrie

1.200 €

1.200 €

Versicherungsgewerbe

1.543 €

1.543 €

Metallindustrie

2.235

1.983

Holz- und Kunststoffverarbeitende Industrie

2.450 €

1.492 €

4.1 Wie kann ich mein Urlaubsgeld berechnen?

Es gibt keine pauschalen Rechnungen/Formeln, um die Höhe des individuellen Urlaubszuschusses zu bestimmen. Je nach Branche und Unternehmen werden aber häufig diese Aspekte als Orientierung genutzt:

  • durchschnittlicher Urlaubszuschuss in der jeweiligen Branche
  • ein Prozentsatz des jeweiligen monatlichen Gehalts
  • ein fixer Betrag pro Urlaubstag.

5. Zusammenfassung

  • Das Urlaubsgeld ist eine freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers.
  • Für den Arbeitnehmer besteht kein gesetzlicher Anspruch auf die Zulage.
  • Es gibt aber einige Szenarien, in denen man als Arbeitnehmer einen rechtlichen Anspruch hat (laut Tarifvertrag, betriebliche Übung, …).
  • Das Urlaubsgeld darf nicht mit dem Urlaubsentgelt verwechselt werden.
  • So wie bei anderen Sonderleistungen auch, gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz.
  • Ob und wie viel Urlaubszuschuss Sie erhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab (Branche, Unternehmensgröße, …).

Katrin Pampel

Head of HR

katrin.pampel@lohnhelden.net

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6. FAQ – Frequently Asked Questions

Sie wünschen sich weitere Informationen zum Extrageld für die Reisekasse? In diesem Abschnitt werden einige häufig gestellte Fragen zum Thema beantwortet. Bei weiteren Fragen können Sie uns gerne kontaktieren. Wir beraten Sie zuverlässig.

  • Ist das Urlaubsgeld steuerfrei?
    Da es sich bei der Sonderzahlung um ein zusätzliches Einkommen handelt, muss sie versteuert werden. Die obige Frage ist also mit nein zu beantworten. Aus steuerrechtlicher Sicht stellt der Zuschuss einen sogenannten sonstigen Bezug dar. Neben Steuern fallen für den Urlaubszuschuss übrigens auch Sozialabgaben an.

  • Gibt es in Minijobs Urlaubsgeld?
    Minijobber haben grundsätzlich dieselben Rechte wie Vollzeitbeschäftigte. Dementsprechend haben Teilzeitbeschäftigte nicht nur Anspruch auf Kündigungsschutz etc., sondern auch auf Sonderzahlungen. Bei einer geringfügigen Beschäftigung wird das Urlaubsgeld allerdings anteilig berechnet: Arbeiten Sie beispielsweise 25 Prozent der üblichen Arbeitszeit, stehen Ihnen 25 Prozent der sonst ausgezahlten Sonderzulage zu. Vorsicht ist mit Hinsicht auf die Überschreitung der 450-Euro-Grenze geboten!

  • Was gilt bei einer Kündigung für das Urlaubsgeld?
    Bei einer Kündigung durch den Arbeitnehmer hat der Arbeitgeber das Recht, das zu viel gezahlte Urlaubsgeld zurückzuverlangen. Scheidet ein Mitarbeiter beispielsweise zum Ende des Monats August aus dem Betrieb aus und hat er schon das Geld für das ganze Kalenderjahr erhalten, muss er ein Drittel zurückzahlen.

  • Wann muss das Urlaubsgeld ausgezahlt werden?
    Ist der Sachverhalt im Arbeitsvertrag o.Ä. geregelt, wird dort für gewöhnlich auch der Zeitpunkt der Auszahlung festgelegt. In den meisten Fällen gewährt ein Arbeitgeber seinen Angestellten das Geld zu Beginn der Reisesaison, sprich: im Mai/Juni. Sofern Das Urlaubsgeld nicht vertraglich geregelt ist, kann der Dienstherr die freiwillige Leistung erbringen, wann er möchte.

  • Urlaubsgeld – was ist eine betriebliche Übung?
    Wenn ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer regelmäßig und langfristig Urlaubsgeld auszahlt, ergibt sich daraus eine sogenannte betriebliche Übung. Diese kann als eine Art Gewohnheitsrecht betrachtet werden. Ein Arbeitnehmer kann davon Gebrauch machen, indem er oder sie auch in Zukunft auf die Auszahlung besteht.

  • Welche Faktoren bestimmen die Höhe des Urlaubsgeldes?
    Das spezielle Geld ist nicht gesetzlich geregelt, weshalb es auch keine Vorgaben bzgl. seiner Höhe gibt. Stattdessen wirken sich verschiedene Faktoren auf den ausgezahlten Betrag aus. Hierzu gehören u.a. der Unternehmensstandort (West- oder Ostdeutschland), die Branche, in der das Unternehmen tätig ist als auch die Größe des Betriebs.

  • In welchen Branchen wird am meisten Urlaubsgeld gezahlt?
    Zu den Spitzenreitern in dieser Hinsicht gehören die holz- und kunststoffverarbeitende Industrie, die papierverarbeitende Industrie sowie die Metallindustrie.

  • In welchen Branchen wird am wenigsten Urlaubsgeld gezahlt?
    Im Vergleich zu den Spitzenreitern (siehe vorherige Frage) erhalten Arbeitnehmer in der Landwirtschaft, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie in der Süßwarenindustrie einen besonders geringen Urlaubszuschuss.

Fazit: Lohnbüro lohnt sich

Wir verstehen uns bei Lohnhelden als Spezialdienstleister, der seine Mandanten mit der Lohn- und Gehaltsabrechnung entlastet. Unser Augenmerk liegt auf dem persönlichen Service, auf Zuverlässigkeit, Kompetenz und Verlässlichkeit.

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